- Darsteller: Dirk Böttcher, Johannes Milch, Julianna Herzberg, Roman Schmelzer
- Kamera: Peter Przybyl
- Storyboard: Andreas Ehrig
- Make-Up: Line Schmidt
- Frisuren: Hair-Cosmetic-Team Rostock
- Dank an: Matze Hobrack, Heiko Bärwolf
- Schnitt Kinofassung: Nico Sandhof
- Schnitt DC: Thomas Pätzold
- Produktionsleitung: Alexander Schult
- Produktion: Thomas Pätzold
- Drehbuch: Thomas Pätzold
- Regie: Thomas Pätzold, Maik Richter
- Produktion Kinofassung: institut für neue medien gGmbH (c) 2003
- Produktion DC und DVD: indigo medien+design. (c) Thomas Pätzold 2006
- Auftraggeber: OSTSEE-ZEITUNG Rostock
- Sprache: Deutsch
- Tonformat: Dolby Digital (nur Kinofassung)
- Bildformat: 16:9
- Laufzeit Kinofassung: 0’30“
- Laufzeit DC: 1’00“
Drehbuch
Ein Hinterzimmer einer Bar, postmodern historisierend: Personen/Typen/Interieur aus der Jetztzeit, mit Anklängen an das Amerika der 30er und 40er Jahre. Moderner Noir style, etwa wie in Road to Perdition oder LA Confidential.
Der Raum ist dunkel und verraucht. Farblich mit Anklängen an die schwarzweißen Noirfilme der 40er.
Lowkey-Lichtstil, starke Licht/Schatten-Kontraste, in Schwarz und Weiß/Gelb und Dunkelbrauntönen. Arbeit mit Schatteneffektfiltern (Fenstermuster, Ventilatorschatten).
Ein runder Tisch. Whiskeygläser halb leer, eine Flasche, Aschenbecher, qualmende Zigarren. Münzen, Banknoten und Karten liegen verstreut auf dem Tisch.
Am Tisch ein Pokerspiel, eine Duellsituation.
Am Tisch links, ein fetter, unangenehmer Dicker „unehrlicher Reicher“, natürlich mit Zigarre. Sieht nach einer Menge unehrlich verdientem Geld aus. Das vor ihm liegt.
Wie Adjutanten neben ihm, der zu erwartende Schläger-Typ, groß und schlaksig, karierte Weste, gefettete Haare, usw. Auf der anderen Seite eine gutaussehende Frau, stark geschminkt, in hüftbetonter Schlaghose und Rollkragenpullover, wiederum Anklänge an den Frauentyp des Film Noir, Femme Fatale.
Ihnen gegenüber, und allein, ein junger Mann, ebenfalls Pokerface, Typ Clooney, nur jünger, ohne Zigarre, vor ihm kleinere Münzenstapel.
Von Beginn ist die starke Spannung zu spüren.
Die Kamera schneidet von CloseUp zu CloseUp, erst die Gesichter, Details der Gesichter und Superdetails (Schweißperlen auf der Stirn, die Zunge des Dicken leckt die Lippen (gierig), kratzt sich am Hinterkopf, eine Fliege summt in der Lampe (hören wir nur), das Aufglühen der Zigarre (gierig), ein Whiskyglas wird auf den Tisch gestellt (Geräusch überhöht), Finger trommeln nervös auf Tischplatte, fette Ringfinger usw.
Durch Shot/Reverse Shot und wachsende Einstellungsgrößen hin zum Detail wird Spannung entwickelt,
Der junge Mann sagt „Ich will sehen“ und legt seine drei Damen hin.
Der Dicke hat 3 Buben. Einer seiner Gehilfen steckt ihm heimlich eine Karte zu, wir sehen aber nur seine Hand (Detail), die eine weitere Karte, hinter dem Stuhl, unter dem Tisch, entgegennimmt. Wir sehen in CloseUps, in kurzer Folge, die Gesichter des Schlägers und der Frau, beide ausdruckslos, etwas verschlagen, vielleicht.
Der Dicke legt die Karten triumphierend hin. Close Up auf die Karten: 3 Buben und – ein König. Close Up auf den entlarvten Dicken. Peinliche Stille.
Junger Mann, immer noch Pokerface, schaut und schweigt einen langen Moment, läßt die (unehrlich verdienten) Banknoten des Reichen liegen (bleibt sauber), dann streicht er langsam und wortlos seinen Einsatz, einen kleinen Münzstapel (5 Euro 40) vom Tisch in seine Hand und sagt „Das reicht fürs Kino…“
Langer Blick der Frau – (wird die Dame ihm folgen?)
„wenn man die richtige Karte hat“
und spielt seine letzte Karte aus, die Abocard.
Animation der Karte und Soundeffekte (Nico) sehr kurz
Junger Mann, close up auf hand mit letzter karte, frontal. dann extrem schneller zoom out mit gleichzeitiger Unschärfe (kann auch nachträglich in der postpro gemacht werden, Bewegungsunschärfenfilter wäre auch nett) – auf dieses Hintergrundmaterial kommt nun seine „geschnipste“ digital animierte Abocard auf die Zuschauer zu (drehend, trudelnd) und bleibt formatfüllend im Bild. wenn alles korrekt läuft wäre es letztendlich „nur“ eine Schärfenverlagerung von der Hand zur fliegenden Karte.
Ton dazu: Geräusche verdrängter Luft in Slo-mo, bleibt stehen und Titelgrafik
IMMER EINE GUTE KARTE:
DIE ABOCARD
FÜR 5 EURO 50 INS KINO.
UND SUPER ANGEBOTE BEI WEITEREN EINRICHTUNGEN
((OZ Logo.
Noch einmal: Close Up von den Händen der Frau, (wir erkennen Frauenhände und an einem Ring jene Hände wieder, die dem Dicken den König zugeschoben haben), spielt jetzt mit einem Buben in der Hand! Cut.

