Manchmal beginnt ein Text mit einem Satz. Manchmal mit einem Bild, einer Erinnerung, einer Beobachtung am Rand. Und manchmal mit etwas, das nicht verschwinden will.
Die „100 Kalenderblätter“ sind ein fortlaufendes Schreibprojekt. Gedichte, Miniaturen und Notizen entstehen aus Begegnungen und Beobachtungen, aus Erinnerungen und Gegenwart, aus Persönlichem und Politischem. Manche Texte sind leise und nachdenklich, andere direkt, wütend oder unbequem. Sie erzählen von Liebe und Verlust, vom Älterwerden und Erinnern, von Landschaften und Menschen – und von einer Gesellschaft, die sich verändert.
Dabei folgen die Kalenderblätter keinem vorgegebenen Plan. Sie entstehen, wenn etwas nach Sprache verlangt.
Inzwischen sind 66 Kalenderblätter entstanden. Die jüngsten tragen die Titel „Klare Worte. Kein Gedicht“ und „Rattenfänger. Kein Märchen„. Schon diese Titel zeigen, dass die Form offen bleibt. Das Projekt darf sich verändern, Widersprüche zulassen und Grenzen zwischen Gedicht, Prosa, Tagebuch, Kommentar und literarischer Momentaufnahme überschreiten.
Das Ziel steht dennoch fest: 100 Kalenderblätter.
Was daraus am Ende wird, ist noch offen. Die Texte wachsen zunächst hier – Blatt für Blatt. Zugleich entsteht aus ihnen ein Buchprojekt: eine Sammlung von hundert Momentaufnahmen, die nicht behaupten, ein Leben oder eine Zeit vollständig abzubilden. Vielleicht aber erzählen sie etwas davon, wie beides miteinander verbunden ist.
66 von 100.
Noch fehlen 34.
Und das nächste Blatt beginnt dort, wo etwas hängen bleibt.
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