Schlagwort: Kalenderblatt Kalenderblätter Lyrik Fotografie


  • 01.02.2026 DUNKLE BLUME Kinderzeit. Alte Stadt im Nebelfilz. An jeder Ecke Kohlehaufen. Rußgefärbter Schnee. Pflastersteine, abgelaufen,  eisig glänzend im Laternenlicht. Und ohne Kleid – die alten Linden, abgesägt bis auf den Stamm, weiße Mützen auf dem Kopf. – Die Ohren frei, die Jacke auf, nagte stetig und verfroren Ostwind durch den Tag und unsre Sachen…

  • 31.01.2026 Wenn wir dich vermissen,bleibt sonst doch alles.Auch wenn nichts mehr ist,wie es mal war. – Wie geht es dir?wie geht es uns,wenn scheinbarnichts mehr geht? – So viele Fragenohne Antwort. – Zurückgebliebenbleibt uns nur die Ahnung: – Irgendwo träumst du einenallerletzten Traum.

  • 30.01.2026 Gern erzähltest du von dir als Kind. von Zeiten,  leicht und unbeschwert. – Lerntest Frau und Arbeit kennen, lieben, wurdest Meister deines Fachs, bescheiden und geschätzt. – Im Winter warteten wir Kinder am Kaffeetisch auf Märchen, Kuchen und auf dich. – Nur vom Krieg, in Finnland, Sanitätsdienst, jagten dich die Träume bis zuletzt. –…

  • 29.01.2026 Wie spricht man  das Unaussprechliche  aus? – Wie waren Menschen fähig, Menschen Solches anzutun? – Wie können Menschen leugnen, klein-reden, rechtfertigen, dessen Umfang sich nicht in menschlichem Rahmen erfassen lässt? – Wie kommt es, dass schon wieder Synagogen brennen, Menschen bedroht oder gar entführt werden, ob ihres Glaubens oder Herkunft? – Wie erklären sich…

  • 28.01.2026 Mystisches Irland flüstern die Telefondrähte. Ultramarin heute die See. Tory Island, ein Stück Wildheit, hinter Fensterglas gerahmt in schwerem Holz. – Durch  den Gesang des Windes glänzt ein Traktor, knattert vorbei an Kräutern, violett, blau und orange. – Wie aus einer anderen Zeit, die Uhr an der Wand. Neben mir im Kamin, Asche von…

  • 27.01.2026 Zwei Hälften eines Apfels. So sah man es einst. Innig verbunden und doch getrennt. Auf der Suche nach dem Gegenstück, das passt. – Im Selbst- Werden jedoch findet jedes Teil erst seine Form. Nur wer sich selbst genügen kann, wird frei von Zwang und Hast, lässt sich gewinnen, wächst in einem Spiel von Identität…

  • 26.01.2026 Warum mag ich Uhren, die nicht mit der Zeit geh’n? – Sie fallen aus dem Rahmen. Sind anders und trotzdem, was sie sind. – Sie sind nicht zwölfuhrsechsunddreißig, sondern zeigen ihr Wesen, aus Holz und Metall. – Sie haben ihre eigene Zeit, fern jedem Gleichklang und ticken doch genauso wie wir.

  • 25.01.2026 Das Land vereist, die Liebe ist es nicht. Die Sonne friert sich einen kalten Bauch. Die schönen Tage sind vorbei – ist uns doch einerlei,  das Wetter ist es auch. – Wie soll ich durch den Winter kommen? Die Busse fahren schlecht. Und angenommen, wir hätten Zeit und hätten frei, und sonntags gäbe es…

  • 24.01.2026 Bilder, Gerüche und ein Gefühl einer vergangenen Zeit. – Frühmorgens, Klangschalen einer unruhigen Nacht. Träume, gerade noch am Leben, wie ich. – Machen mich wieder ein Stück reicher, für Ideen, neue Pläne. Momente, in denen die Gegenwart reift.

  • 23.01.2026 Suchend nach dem Platz am Meer, wo Freiheit wohnt, irren wir durchs hohe Dünengras. – Sonne küsst Wolken wach, fern, am Himmel, unerreichbar, in diesen Tagen, die uns noch gegeben sind. – Doch dieses Ziel hab ich nicht mehr. Nur den Wellen will ich lauschen, diesen Himmel schau‘n und mir zu Eigen machen, innerlich,…