30.01.2026

Gern erzähltest du
von dir als Kind.
von Zeiten,
leicht und unbeschwert.
–
Lerntest Frau und Arbeit
kennen, lieben, wurdest
Meister deines Fachs,
bescheiden und geschätzt.
–
Im Winter
warteten wir Kinder
am Kaffeetisch
auf Märchen, Kuchen
und auf dich.
–
Nur vom Krieg, in Finnland,
Sanitätsdienst,
jagten dich die Träume
bis zuletzt.
–
Die allerletzten Jahre
deines Lebens
verbrachtest du in Dunkelheit.
–
Vom Leben geschieden,
an der Seite deiner Frau,
letzte Freuden,
Marmorkuchen und Besuch.
–
Was bleibt? Bilder
eines Winters in den Bergen?
Dein Werkzeug nun in unsrer Hand?
Erinnerungen, die wir teilen.
Dein letzter Tag am Strand.
–
Je mehr die Zeit vergeht,
nachdem du gingst,
entdecke ich mich wieder
in den Dingen deiner Art.
Fremd und doch vertraut.
–
Sitze mit dir in der Sauna,
jenem Augenblick:
Schweigend und ganz nah.
Verstehen: ohne Worte,
und doch nur ein Augenblick.

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