In diesem Jahr sind zwei Bücher von mir erschienen, die auf den ersten Blick recht unterschiedlich sind – und doch mehr miteinander zu tun haben, als es zunächst scheint: „erdgeboren“ und „Gespräche mit Li“.
Beide Bücher sind über längere Zeiträume entstanden. Sie versammeln Texte, Beobachtungen und Gedanken aus unterschiedlichen Lebensphasen. Und beide kreisen, auf ihre jeweils eigene Weise, um Fragen, die mich seit Langem beschäftigen: Wie nehmen wir die Welt wahr? Was bleibt von unseren Erfahrungen? Welche Rolle spielen Landschaft, Erinnerung und Zeit? Und wie finden wir inmitten des Alltäglichen jene Momente, in denen etwas Wesentliches sichtbar wird?
„erdgeboren“ – Gedichte 2003–2007
Die Texte in „erdgeboren“ führen zurück in die Jahre 2003 bis 2007. Es sind Gedichte über Landschaft und Herkunft, über Nähe und Verlust, über das Unterwegssein und das Bleiben.
Landschaft ist darin nicht bloße Kulisse. Sie wird zum Resonanzraum für Erinnerungen und Erfahrungen. Himmel, Wasser, Erde, Orte und Jahreszeiten verbinden sich mit dem, was Menschen erleben und mit sich tragen.
„Zwischen meinen Fingern schaukelt Pommerns Himmel …“
Begleitet werden die Gedichte von Tuschezeichnungen von Grit Sauerborn. Text und Zeichnung illustrieren einander dabei nicht einfach. Sie stehen sich gegenüber, reagieren aufeinander und öffnen einen zusätzlichen Raum für eigene Assoziationen.
So ist „erdgeboren“ auch eine Wiederbegegnung: mit Texten aus einer früheren Zeit und mit der Frage, was von ihnen heute noch trägt.
„Gespräche mit Li“ – die großen Fragen im kleinen Dialog
Ganz anders ist die Form von „Gespräche mit Li“.
Li erklärt die Welt nicht. Die Gespräche sind keine Sammlung fertiger Antworten und keine Lebenshilfe. Es sind kurze Dialoge, in denen Fragen manchmal wichtiger werden als Antworten.
Es geht um Liebe und Zeit, um Achtsamkeit und Reichtum, um Verlust, Wahrnehmung und die Widersprüche unseres Lebens. Oft beginnt ein Gespräch mit einer scheinbar einfachen Beobachtung. Doch hinter dem Alltäglichen öffnet sich eine zweite Ebene.
Li ist dabei Gesprächspartner, Gegenüber und manchmal auch Widerspruch. Gerade die Kürze der Dialoge lässt Raum: zum Innehalten, Weiterdenken oder auch zum Widersprechen.
Zwei Bücher – eine Verbindung
Was verbindet einen Gedichtband mit einem Buch aus kurzen Dialogen?
Vielleicht vor allem die Suche nach einer Sprache für Dinge, die sich nicht abschließend erklären lassen.
„erdgeboren“ sucht diese Sprache in Bildern, Landschaften und Erinnerungen. „Gespräche mit Li“ sucht sie im Dialog. Das eine Buch schaut stärker nach außen und entdeckt darin das Innere. Das andere beginnt beim Gespräch und stößt von dort auf die Welt.
Beide Bücher verlangen keine lineare Lektüre. Man kann sie aufschlagen, einen Text lesen, das Buch wieder schließen – und vielleicht später an einer ganz anderen Stelle weiterlesen.
Ich mag Bücher, die nicht darauf bestehen, dass man ihnen von der ersten bis zur letzten Seite folgt. Bücher können auch Begleiter sein. Man begegnet ihnen immer wieder – und liest denselben Text manchmal Jahre später anders.
Vielleicht sind „erdgeboren“ und „Gespräche mit Li“ genau solche Bücher.
Mehr zu den Büchern, Leseproben und Bestellmöglichkeiten gibt es auf meiner Website:
„erdgeboren“
thomaspaetzold.de/erdgeboren/
„Gespräche mit Li“
thomaspaetzold.de/gespraeche-mit-li/
Flyer “ Bücher“
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