Kategorie: Kalenderblätter


  • 27.01.2026 Zwei Hälften eines Apfels. So sah man es einst. Innig verbunden und doch getrennt. Auf der Suche nach dem Gegenstück, das passt. – Im Selbst- Werden jedoch findet jedes Teil erst seine Form. Nur wer sich selbst genügen kann, wird frei von Zwang und Hast, lässt sich gewinnen, wächst in einem Spiel von Identität…

  • 26.01.2026 Warum mag ich Uhren, die nicht mit der Zeit geh’n? – Sie fallen aus dem Rahmen. Sind anders und trotzdem, was sie sind. – Sie sind nicht zwölfuhrsechsunddreißig, sondern zeigen ihr Wesen, aus Holz und Metall. – Sie haben ihre eigene Zeit, fern jedem Gleichklang und ticken doch genauso wie wir.

  • 25.01.2026 Das Land vereist, die Liebe ist es nicht. Die Sonne friert sich einen kalten Bauch. Die schönen Tage sind vorbei – ist uns doch einerlei,  das Wetter ist es auch. – Wie soll ich durch den Winter kommen? Die Busse fahren schlecht. Und angenommen, wir hätten Zeit und hätten frei, und sonntags gäbe es…

  • 24.01.2026 Bilder, Gerüche und ein Gefühl einer vergangenen Zeit. – Frühmorgens, Klangschalen einer unruhigen Nacht. Träume, gerade noch am Leben, wie ich. – Machen mich wieder ein Stück reicher, für Ideen, neue Pläne. Momente, in denen die Gegenwart reift.

  • 23.01.2026 Suchend nach dem Platz am Meer, wo Freiheit wohnt, irren wir durchs hohe Dünengras. – Sonne küsst Wolken wach, fern, am Himmel, unerreichbar, in diesen Tagen, die uns noch gegeben sind. – Doch dieses Ziel hab ich nicht mehr. Nur den Wellen will ich lauschen, diesen Himmel schau‘n und mir zu Eigen machen, innerlich,…

  • 22.01.2026 Worauf warten wir so viele liebe kurze Tage? Den Bus? Das Ende einer Arbeit? Auf Feiertage, Urlaub? Auf Befunde? Eine Frau, den Mann fürs Leben? – Die Kraft der Zeit wiegt schwer in uns. – Denn: Erst, wenn wir nicht mehr warten, im Moment des Glücks, lösen wir uns freudig in ihr auf.

  • 21.01.2026 Volljährig und fähig zu Recht. Wann werden wir das sein?  Die Mächtigen, pubertierend. Im Streit um  Bauklötze, Eimer und Schaufel. Oder doch Öl,  Einfluss und Größenwahn eines gekränkten Kind-Seins? In einem Anflug von Prosa wünschte ich mir, Europa würde seinen Zeus von seinem oder ihrem Rücken schütteln, genau wie seine Frauen, erwachsen und emanzipiert.

  • 20.01.2026 Auch nach zwanzig Jahren ist noch Winter in meiner Stadt. Leere Busse am Morgen.  Werbung, zeitlos, für  ein paar Sekunden. Eingefangen in einem Bild.

  • 19.01.2026 Entzaubert, im Abendglanz einer Liebe. Gerda: Über sieben  Berge ist sie gestiegen, durch verschneite Ebenen ist sie geirrt, und, endlich am Ziel. Den eisigen Adel nicht achtend, gleiten sie nun gemeinsam übers nasse Eis.

  • 18.01.2026 Verlorener Ort. Sonne scheint durch widerspenstiges  Geäst. – Vor langer Zeit war ich hier, bis auf weiteres Zuhause mit einem dicken Buch. – Heute, um kurz vor 3, ein kurzer Stopp. Kein Mensch, die Fenster dunkel. – Wer mir lieb ist, wohnt jetzt andernorts.