Werkstattnotiz #5

Werkstattnotiz #5

Was wir bei „Train Your Brain“ gelernt haben

Ein Projekt kann auf dem Papier noch so gut durchdacht sein. Ob es wirklich funktioniert, zeigt sich erst in der Praxis.

Bei Train Your Brain (www.tyb-mv.de) wollten wir Menschen in Integrations- und Berufssprachkursen dabei unterstützen, besser zu lernen. Dabei ging es nicht einfach um zusätzliche Lernmethoden.

Wir haben uns mit Fragen beschäftigt, die im normalen Unterricht leicht zu kurz kommen:

Wie beeinflussen Stress und Schlaf das Lernen?
Was hilft, die Aufmerksamkeit länger zu halten?
Wie funktioniert unser Gedächtnis?

Und wie können Lernende wieder mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln?

Eine wichtige Erfahrung war für uns: Lernprobleme sind nicht automatisch Sprachprobleme.

Wer schlecht schläft, unter Stress steht oder sich nur schwer konzentrieren kann, dem hilft nicht unbedingt die nächste Vokabelliste.

Deshalb haben wir kognitionspsychologische Erkenntnisse mit ganz praktischen Übungen verbunden und in den Kursalltag integriert.

Im ersten Durchlauf haben 62 Teilnehmende das Programm durchlaufen. Die begleitenden Tests zeigten bei fast allen signifikante Verbesserungen.

Aber mindestens ebenso wichtig waren die Erfahrungen aus den Kursen selbst. Sie haben uns gezeigt, was funktioniert, was verändert werden muss und wo aus einem Modellprojekt ein dauerhaftes Angebot entstehen könnte.

Das ist für mich eine der spannendsten Seiten der Projektentwicklung:

Ein gutes Projekt setzt nicht einfach einen Antrag um. Es lernt während seiner Umsetzung dazu.


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